Laterale extraartikuläre Tenodese
Das Ziel der lateralen extraartikulären Augmentation oder Rekonstruktion besteht darin, eine verbliebene Laxheit zu beseitigen und das Risiko der Ruptur eines ACL-Transplantats zu verringern. Zwei häufige Techniken sind die Tenodese des Illiotibialbands (ITB) und die Rekonstruktion des anterolateralen Ligaments (ALL). Diese Eingriffe tragen dazu bei, die Rotationsstabilität in dem Knie, bei dem eine ACL-Rekonstruktion durchgeführt wurde, zu erhöhen. Davon profitieren Patient:innen mit Hyperlaxität, Revisionseingriffen, Sportler, die häufig Drehbewegungen des Knies durchführen, und Personen mit IKDC-Grad III beim Pivot-Shift-Test.
Die Verwendung der verstellbaren, spannbaren Implantattechnologie, beispielsweise Knotless FiberTak®-Anker oder FiberTag® TightRope®-Implantat, hat im Vergleich zu traditionellen Techniken mit Klammern oder Interferenzschrauben mehrere entscheidende Vorteile:
• Einfach: Schnelle, leicht anwendbare und reproduzierbare Techniken
• Sicher: Der knotenlose FiberTak-Anker sitzt knapp unterhalb der Kortikalis, wodurch das Risiko einer Konvergenz des ACL mit dem Femurbohrkanal verringert wird; die selbststanzende Ankertechnik ist so konzipiert, dass das Risiko einer Beschädigung des ACL-Transplantats im Vergleich zu herkömmlichen Techniken, die ein Bohren erfordern, verringert wird; es besteht kein Risiko einer Rissbildung des Transplantats, wie sie bei Interferenzschraubentechniken beschrieben wurde1
• Low Profile: Techniken mit zusätzlichem Material wie Klammern können Schmerzen oder Beschwerden verursachen, sodass das Material entfernt werden muss; der knotenlose FiberTak-Anker oder das TightRope-Implantat enthält kein auffälliges Material1
• Anatomie bleibt erhalten: Kein Bohren eines Sacklochs bei der knotenlosen FiberTak-Onlay-Technik
• Titrierbares Spannen des Transplantats: Anhand dieser Technik kann der/die Operierende das Transplantat vorläufig spannen und anschließend inkrementell nachspannen, nachdem hinsichtlich Isometrie und (Über-)Spannung geprüft wurde.
Referenz
1. Muller B, Willinge GJA, Zijl JAC. Minimally invasive modified Lemaire tenodesis. Arthrosc Tech. 2020;10(1):e29- e36. doi:10.1016/j.eats.2020.09.006